Die Lösung: Untertitel statt Synchro
Die Skandinavier, die Niederländer und die Belgier haben es vorgemacht: Untertitel sind die perfekte Brücke zwischen Erhalt des Filmgenusses und der Gewährleistung, dass die Inhalte verstanden werden. Der Film wird in der Originalsprache gezeigt, und sollte man diese nicht oder nur schlecht verstehen, kann man sich an den Untertiteln orientieren. Das fördert nicht nur die Lesefähigkeit sondern auch das Hör- und Sprachverständnis - warum sonst können die Skandinavier so problemlos fast akzentfreies Englisch reden?!Viele Synchroverwöhnte sträuben sich gegen Untertitel, da diese ja angeblich so sehr vom Bild ablenken. Man würde sich ständig nur auf die Untertitel konzentrieren und dabei den halben Film verpassen. Das stimmt aber nicht (es sei denn man leidet an einer starken Leseschwäche) - es ist durchaus möglich, sich auf beides gleichzeitig zu konzentrieren und somit Filme in Sprachen zu gucken, die man selbst nicht beherrscht. Das stärkt nicht nur die Wahrnehmung, sondern bildet auch kulturell. Im Alltag hat man nur selten die Gelegenheit, sich anzuhören wie Xhosa und Afrikaans (z.B. Tsotsi), Serbokroatisch (z.B. Black Cat, White Cat) oder Libanesisch (z.B. Caramel) klingen. Natürlich ist der Großteil der in Deutschland gezeigten Filme auf Englisch, aber auch das bildet; im Zeitalter der Globalisierung und des Internets wird es immer wichtiger, fließend Englisch zu sprechen und zu verstehen.
Untertitel haben auch wirtschaftliche Vorteile; es ist wesentlich billiger und weniger zeitintensiv, einen Film zu untertiteln, als zu synchronisieren. Dadurch können Filme und Serien zeitnäher im Kino und im TV veröffentlicht werden.